09 DE - Umgang mit Unsicherheit und Ängsten bei einer EoE

Shownotes

Ängste, Stress und psychische Belastungen bei Eosinophiler Ösophagitis werden bislang kaum thematisiert. Die Diagnose dieser chronischen Erkrankung weckt häufig Ängste und erzeugt grosse Verunsicherung – mit spürbaren Auswirkungen auf den Alltag von Betroffenen und ihren Angehörigen. Frau Dr. Andrea Kuhnert zeigt in dieser Episode auf, wie Betroffene mit der Erkrankung umgehen können, Wege zur Entspannung finden und weshalb es wichtig sein kann, Unterstützung durch ein multidisziplinäres Behandlungsteam in Anspruch zu nehmen.

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00:00:11: Willkommen zum EOE-Podcast der Patientenvereinigung Schweizerische Vereinigung Eosinophilie Ysofagitis.

00:00:17: Mein Name ist Patrick Molnar.

00:00:20: Unser Podcast bietet einen Einblick in alltägliche Fragestellungen von Betroffenen rund um die EOEs.

00:00:27: Die EOES kann altersunabhängig auftreten.

00:00:31: Es sind sowohl Kinder, Erwachsene wie auch Senioren der EOes betroffen.

00:00:36: In den letzten Episoden haben wir mehr über Diagnosen und im Einfluss dieser Ernährung auf die EOS erfahren.

00:00:42: Während körperliche Ursachen oft und rasch abgeklärt werden können, fragt man sich einmal, welche Rolle eigentlich Ängste bei Schluchbstörungen spielen.

00:00:52: Und wie beeinflussen die den Alltag und seelischen Wohlbefinden von Betroffenen?

00:00:57: Zum heutigen Podcast begrüße ich Herr Dr.

00:00:59: Andrea Kuhnert.

00:01:01: Herr Dr.

00:01:01: Kuhnet ist Fachärztin für psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

00:01:07: Sie ist Geschäftsführende Ohrärzteam am Universitätsklinikum Freiburg in der Klinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie, und Lehrbeauftragte an diversen Fakultäten waren.

00:01:18: Und gegenwärtig ihre eigenen Praxis tätigen.

00:01:21: Guten Tag Andrea!

00:01:22: Ja guten Tag Patrick!

00:01:24: Danke für die Einladung.

00:01:26: Schön dass du da bist.

00:01:29: Andrea In den vorangehenden Episoden haben wir gehört wie die EOE diagnostiziert und behandelt wird.

00:01:37: Ich habe herausgehört das Betroffene und auch in die Angehörigen oft mit einer grossen Unsicherheit zu kämpfen haben.

00:01:45: Wenn wir zum Beispiel an die Episode mit Alex Weber zurückdenken, bei der er sehr eindrücklich geschildert hat wie er diese Unsicherheitsvorkehrs hatte stelle ich mir vor, dass es auch eine recht grosse psychische Belastung mit sich führen muss.

00:02:00: Ich denke dabei an Ängste sich verschlucken oder zu wissen, dass man ein Lebensmittel induzierte Allergie hat für die es zwar Behandlungsmöglichkeiten, aber noch kein Heilmittel gibt.

00:02:13: Wie schätzt du als Expertin, dass sie ... übertrieben wir aus deiner Sicht einfach?

00:02:19: Sollen wir uns mal etwas zusammenreißen?

00:02:22: Ja, ich denke, dass die Patienten nicht übertreiben.

00:02:27: Weil in dem Moment, wo eine Diagnose gestellt wird und die EOE ist eine chronische Erkrankung, ist der Patient konfrontiert eigentlich mit einem unerwarteten und komplexen Sachverhalt, oder?

00:02:44: Das ist nicht eine Erkrankung, die ganz einfach einmalig zu behandeln ist.

00:02:48: Sondern der Patient erfährt ... Ich hab das wahrscheinlich mein Leben lang und muss auf mich aufpassen.

00:02:56: D.h.,

00:02:57: die Erkrankung hat nicht nur eine biologisch-medizinische Komponente, sondern es hat sehr schnell auch eine psychologische Komponente Und es hat auch sehr schnell eine soziale Komponente, weil die Menschen in meiner Umgebung merken das was nicht stimmt.

00:03:17: Die merken dass ich vorsichtig esse oder dass sich nach dem Essen trinken muss... ...die merken vielleicht auch, dass eine Unbekümmerteitsschwinde oder dass ich ernster geworden bin oder sie merken, dass ich über Schmerz klage.

00:03:34: Das heißt das hat in den Partnerschaften und in den Familien- oder auch in den Arbeitskontexten wo wir miteinander Mittagessen, hat plötzlich einen Einfluss.

00:03:44: Und es ist nicht einfach zu reduzieren auf die Medikamentengabe.

00:03:51: Wenn ich

00:03:52: jetzt meine Geschichte zurückdenke... Ich habe jahrelang sehr viel drunken beim Essen.

00:03:58: Typisch für unsere EOE-Patienten.

00:04:01: Ich habe teilweise auch profilaktisch getrunken.

00:04:05: Ich hatte immer eine Wasserflasche dabei, ich war unterwegs mit Maroniessen und das war ein Anker für mich.

00:04:13: Im Notfall habe ich das Wasser dabei.

00:04:17: Und das überall – im Fitnessstudio oder bei Kollegen auf einem Vereinsfest.

00:04:23: Vielleicht ist es aus medizinischer Sicht nicht immer notwendig zu trinken um die Verklemmung zu lösen.

00:04:29: Hast du das Gefühl?

00:04:30: Ich kann mich hier über Jahre ... konditioniert und vielleicht auch die Angst mit aufbaut.

00:04:36: Also ich glaube, dass wir Ängste aufbauen wenn so etwas passiert.

00:04:39: zu einer Diagnose das ist natürlich und wenn ich merke das was stecken bleiben könnte dann habe ich Angst.

00:04:45: ja das liegt ja oben im Oberbauch und dann könnte ich das Gefühl haben ich kriege auch keine Luft und deshalb ist es ziemlich natürlich dass sich an der Stelle Ängsten bekommen.

00:04:59: regelmäßig trinkst vorher und hinterher, dann ist das eigentlich deine Art der Angstbewältigung.

00:05:04: Und es ist eher ein konstruktiver Versuch damit umzugehen.

00:05:10: Das kennen wir alle – wenn wir von etwas vor etwas Angst haben, hat jeder seine individuellen Dinge mit denen er sich eben beruhigt.

00:05:19: Andrea aus deiner langjährigen Erfahrung siehst du typische Verhaltsmuster bei Patienten mit chronischen Krankheiten?

00:05:28: Ja, das ist ein ganz interessantes Thema.

00:05:31: Weil im Grunde es gibt typische Anzeichen aber es ist nachher auch wieder sehr individuell.

00:05:39: Typisch ist dass wir eine Zeit brauchen bis wir den Schreck über die Diagnose irgendwie verkraftet haben.

00:05:46: Das macht jeder auf seine Weise.

00:05:49: Der eine nimmt's an der andere verleugnet und ignoriert es Der Dritte holt sich vielleicht Rat und Hilfe.

00:05:57: Und geht gleich sehr konstruktiv damit um, man sucht nach Lösungsansätzen.

00:06:06: Wie wir mit diesen chronischen Krankheiten umgehen hat eben auch sehr damit zu tun.

00:06:13: Deshalb ist das ein spezieller Punkt wie wir auch gelernt haben in unseren Familien, wie man mit Krankheit umgeht oder mit Dingen die uns Angst machen.

00:06:25: also Deshalb ist die EOE eben nicht ganz trivial, sondern in dem Moment wo ich akzeptiere dass sich einen chronischen Begleiter oder eine chronische Begleiterin haben werde.

00:06:37: mein Leben lang bin ich auch damit konfrontiert.

00:06:41: Wie geht man?

00:06:42: Was habe ich gelernt darüber?

00:06:43: wie geht man mit Krankheit um?

00:06:45: was hatte ich für Vorbilder mache es vielleicht inzwischen anders als Familienmitglieder früher und Ich bin auch damit konfrontiert, inwieweit öffne ich mich in meinen Beziehungen und zeige das.

00:06:58: Und gehe auch mit den Ängsten um.

00:07:01: Das sind so die Anforderungen, die bei einer chronischen Krankheit noch dazukommen.

00:07:05: Es ist automatisch eigentlich ohne dass wir es wollen ... Auch eine psychologische Seite, die meine Herkunft angeht und mein geworden sein quasi ist mit involviert.

00:07:19: Also war mir ... Vorbilder hätten in der Familie, oder jemanden hätte das gehabt.

00:07:24: Oder jemand ist länger krank gewesen und man hat vielleicht auch ein positives Erlebnis.

00:07:29: Es ist wieder keine genäßende Person.

00:07:32: Oder die Gesellschaft wäre besser aufklärt.

00:07:34: Man würde es kennen, z.B.

00:07:36: Diabetes, die bei unserer Gesellschaft verankert ist und bekannt ist.

00:07:41: Dann würde das auch uns EOE betroffenen einfacher fallen, das zu akzeptieren und damit umzugehen.

00:07:47: Genau, dann habe ich erst mal den Schreck am Anfang über die neue Diagnose.

00:07:52: Dann fange ich an zu suchen nach Möglichkeiten der Bewältigung.

00:07:55: Dann finde ich vielleicht im Internet oder der Hausarzt sagt mir oder der Gastroenterologe oder die Gastroenthorologin es gibt.

00:08:02: Es gibt da etwas sie können sich sie können nachlesen ist nicht unbekannt und dann beruhige ich mich wieder.

00:08:09: Ja das ist so ein ganz konstruktiver Weg der Krankheitsverarbeitung.

00:08:16: Noch mal nachdenken oder noch einmal uns verinnerlichen, was die Kollegin gesagt hat, die über das Cortison und die Ängste von Cortisoneinnahmen gesprochen hat.

00:08:25: Dann ist es wichtig zu wissen auch für uns dass wenn wir Ängsten haben vor etwas, die wir nicht bewältigen, wenn wir in Stressreaktionen kommen dass dann auch die Hormone ansteigen, also das unsere Stresshormone, der Sympathikus schafft.

00:08:42: Ich habe hohe Adrenalinwerte, neue Adrenalinewerte und eigene Cortisonwerte.

00:08:47: Und die verändern durch Blutung in den Geweben.

00:08:51: Also auch dort wo vermehr Zäure wirkt im Magen oder in der Speiseröhre wird die Situation verschlechtert durch Stress.

00:09:00: Wenn ich nicht gut bewältigen kann, hab' ich mehr Stress!

00:09:04: Das heißt, die Kollegin hat letztes Mal darüber geredet, dass viele Patienten auch Bedenken haben das Gottessohn einzunehmen.

00:09:10: Obwohl es topisch gegeben wird dazu praktisch nur lokal angewendet wird.

00:09:16: und ich finde es wichtig auch zu sagen, dass das unbewältigte Ängste.

00:09:21: also wenn wir nicht komplexer angehen diese Erkrankung und schauen wie können wir uns beruhigen dass wir uns dann selber hohen Hormoncoctails aussetzen, die unser Körper selbst produziert.

00:09:34: Die würden wir nie freiwillig einnehmen.

00:09:36: Wenn ich dir jetzt eine Tasse geben würde und sagen dringend mal da sind die Stresshormone drin das würde niemand freiwillige zu sich nehmen.

00:09:43: Also denkst du es ist auch wichtig für unsere EOE-Patienten irgendwie eine Strategie zu entwickeln oder einen Mechanismus bei mir zur inneren Entspannung finden?

00:09:55: Das heißt, man geht raus und joggen.

00:09:57: Man kann ein bisschen abgefahren.

00:09:58: Oder man macht Yoga oder meditiert.

00:10:02: Oder die frische Luft.

00:10:03: Einfach etwas, was individuell im Hilf zum

00:10:08: Anspannung

00:10:10: zu reduzieren.

00:10:11: Genau!

00:10:11: Also das Chocken ist gut aber wenn ich abends im Bett lege, kann nicht immer aufstehen zu chocken.

00:10:16: Deshalb ist es gut dass gibt einfach einen multidisziplinären Team was auch unterschiedliche Angebote machen.

00:10:23: Und es ist jemand dabei, die Hausärztin oder eine Physiotherapeutin.

00:10:29: Oder jemand, der mehr ein Angebot macht im Bereich der Entspannung so dass ich lerne zu atmen zum Beispiel.

00:10:35: Es ist schon spannend das du sagst weil... Ich weiss keine eine habe ich schon etwas gelernt bei mir also gerade wenn sie Verklammungen gehabt hat dass sich den Augenblick von der Panikattack Kavya können überwinden und sagen es ist alles in Ordnung.

00:10:46: ich weiß ja was passiert und so geht's bei mir jetzt individuell weiter Vielleicht auch gerade in diesem Zusammenpunkt, aber jetzt hast du von multidisziplinären Begleitungen geredet.

00:10:58: Wie kannst du dir so eine Begleitung von einem EOE-Patient vorstellen?

00:11:03: Beziehungsweise als Spezialistin?

00:11:06: denkst du, das sollten wir EOe Patienten weitere Unterstützung suchen oder meinst du ist es einfach im gewissen Fällen notwendig wo dann auch die behandelnden Gastroenterologen und andere Leute sagen Zuerst noch unbedingt zusätzliche Fachexperte, die den Beats ziehen.

00:11:28: Also von ärztlicher Seite können wir unsere Patienten immer fragen haben sie Ängste oder haben Sie Angst sich zu verschlucken?

00:11:35: Oder zu ersticken?

00:11:36: oder meistens geht das ja so einander über und wenn und dass?

00:11:41: ich nehme an das haben die meisten Patienten und deshalb ist es gut von Anfang an anzubieten.

00:11:48: Wir betreuen sie medizinisch, aber aus unserer Erfahrung ist es eben auch wichtig für eine entspannte Durchblutung in diesem Bereich zu sorgen und deshalb geben wir ihnen Adressen wo Sie lernen können zum Beispiel die Atmung zu steuern zusätzlich zum Joggen oder zum Fernsehgucken oder zum Krafttraining.

00:12:08: Andrea herzlichen Dank mal für diese Einsicht!

00:12:13: und auch zum Ervorheben der psychologischen und sozialen Aspekte bei chronischer Krankheit durchaus wichtig ist, um zu beachten.

00:12:23: Gibt es noch etwas von deiner Seite, das du gerne mit den Ärzten oder unseren interessierten Zuhörern mitgeben möchtest?

00:12:33: Den Kollegen mag ich gerne mitgeben, dass es sich lohnt dem Patienten wirklich in allen Bereichen abzuholen.

00:12:40: am Anfang mag ich Mut machen, es ist eine chronische Erkrankung.

00:12:46: Aber letztendlich hilft sie uns auch noch mal ein Stück tiefer ins Leben zu gucken.

00:12:51: Herzlichen Dank, Andrea!

00:12:52: Ja

00:12:52: vielen Dank auch.

00:12:53: Liebe Zuhörer wir haben gelernt dass die psychischen und sozialen Komponenten durchaus signifikanten Einfluss bei chronischen Krankungen hinein kann das aber auch Strategie um Mittel gibt wo man sich selber helfen kann zum Beispiel in der Möglichkeit findet sich zu entspannen Aber auch, dass es ein grosses Angebot gibt von Spezialisten.

00:13:13: Wo man jetzt Hilfe suchen kann und zusätzliche Unterstützung bekommt und auf dem Weg begleitet wird.

00:13:20: Ich möchte an dieser Stelle noch die Schweizerische Vereinigung EOSinophilie Euphogitis als Mitgliedgönner oder Sponsor zu unterstützen.

00:13:29: Mit einer Mitgliedschaft erhalten sie mehrmals jährlich unsere Newsletter und haben Möglichkeit Fragen und Anliegen in unserem Netzwerk zu platzieren.

00:13:37: Das weiterer ermöglicht Ihre Unterstützung, unsere Informationskanal wieder zu betreiben.

00:13:42: Auf welchen wir Informationen rund um DOE publizieren?

00:13:46: Besuchen Sie unsere Webseite auf www.e-oe.ch auf Facebook oder Instagram und wir freuen uns natürlich über eine positive Bewertung von unserem Podcast!

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